Opel-Chef Nick Reilly hat wieder einmal keine stressfreie Woche hinter sich: Das Werk Antwerpen einzukassieren, das ist natürlich vor allem auf dem Autosalon in Paris – nicht weit entfernt also – ein großes Thema gewesen. Und es hat vor allem an den Besuchertagen die Präsentation der Neuheiten getrübt. Was Reilly aber zudem Kopfzerbrechen bereitet, ist die von vielen Rüsselsheimern scharf kritisierte Abstimmung mit der Mutter General Motors – und vor allem deren Tochter Chevrolet. Die liegt den Detroitern einfach irgendwie seelisch näher als die Uralt-Marke aus dem fernen Germany.
Vorteil für Oliver Christoph: Der Vertriebsdirektor bei Chevrolet Deutschland kann nämlich im Jahr 2011 schon früher als der eigentliche Markt-Platzhirsch Opel auf weitgehend baugleiche Novitäten zurückgreifen. Das war in seinem vorigen Job bei Nissan in der Abstimmung mit Renault eher nicht so. Die Franzosen wussten stets, wo in welchem Markt die Musik spielt.
In Deutschland wird aber Christoph zuerst den neuen Hoffnungsträger fürs Überleben des GM-Konzerns präsentieren können: Der Chevy Volt wird wohl schon vollelektrisch durch die Straßen Rüsselsheims gleiten, wenn der Opel Ampera noch
an der Konzern-Streckdose hängt. Und der Geländewagen Chevrolet Captiva, der ohnehin bei Daewoo in Korea gebaut wird, bekommt bereits in diesen Tagen ein schickes Facelift verpasst, ab Anfang 2011 darf Christoph das verkaufen. Das dürfte den Absatz des Opel-Klons Antara auch nicht gerade in neue Höhen hieven. Der Stress in den kommenden Wochen wird also zunehmen. Nicht nur für Nick Reilly.

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